Offen und bunt

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Seit Wochen steht Dresden im Fokus der Welt. Wieder ist es der Montag. Wieder gehen Menschen auf die Straße. Wieder machen sie ihren Unmut deutlich. Wieder sind es frustrierte Bürger. Pegida ist wohl eines der meistgebrauchten Worte der letzten Wochen und Monate.

„Dass Menschen sich übergangen, ausgegrenzt und nicht wahrgenommen fühlen, kann ich gut nachvollziehen (…) Dass sie sich Gehör verschaffen, mit ihren berechtigten Ängsten und Forderungen ernst genommen werden wollen, ist demokratisch und für eine öffentliche Debatte fruchtbar und hilfreich. Wenn aber mal wieder eine religöse Gruppe als Sündenbock und Zielscheibe ausgewählt wird, ist das eine Katastrophe. Es ist absurd, gemein, zutiefst undemokratisch. Und das geht gar nicht“ (Zitiert aus der Sächsischen Zeitung, 27.01.2015, Seite 3).

So brachte Herbert Grönemeyer es gestern auf den Punkt. Gemeinsam mit vielen Künstlern aus aller Welt setzte Dresden am gestrigen Montag, anders als in den letzten Wochen – ein deutliches Zeichen: für Tolerenz, für Weltoffenheit, für Nächstenliebe. „Kein Mensch ist illegal – nirgendwo, zu keiner Zeit.“ sagte Jonas Seifert vom Netzwerk Asyl, Migration, Flucht Dresden. Das spricht uns genauso aus dem Herzen wie die Aussagen vieler anderer am gestrigen Abend und wie die Worte Herbert Grönemeyers. Denn es geht auch darum, die Ängste und Sorgen aller anderen Menschen, die sich auf dem Boden unseres Grundgesetzes bewegen, wahrzunehmen, ihnen zuzuhören, sie ernstzunehmen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Zuspitzen, Pauschalisieren, in die rechte Ecke drängen – leider die üblichen politischen und häufig auch medialen Reflexe – helfen da nicht weiter. Aber auch hier muss man genauer hinschauen: Wie wohltuend und differenziert agiert gerade ein Frank Richter (Landeszentrale für politische Bildung), wie armselig fischte am Wochenende Sachsens Ministerpräsident in Gefilden rechts der Mitte.

Wir meinen: Wenn Religion Privatsache ist, dann gehört der Islam zu Sachsen bereits, wenn auch nur ein einziger Muslim/eine einzige Muslima in Sachsen lebt. Zum Glück leben viel mehr Menschen unterschiedlicher Religionen, Herkunftsländer, Ethnien in Sachsen. Schön, dass sie hier sind. Willkommen in Sachsen, welcome to dresden.

Wir sind froh, dass es viele Menschen gibt, die sich dafür einsetzen, das Dresden eine tolerante und weltoffene Stadt für jeden Menschen bleibt, ist, wird. Dafür setzen auch wir uns ein. z.B. beim Forum 13. Februar. Die aktuelle Veranstaltungsreihe hat gerade begonnen. Sie sind herzlich eingeladen.

Weitere interessante Links für Menschen, die sich engagieren wollen: Netzwerk Asyl, Migration, Flucht Dresden I Bürger Courage I Dresden place to be.

 

 


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